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SWCF Blog

17. Juni 2021


Nach dem Abstimmungswochenende: Das gemeinsame Ziel ist (trotzdem) erreichbar

Nach dem Abstimmungssonntag bleiben viele drängende Fragen weiterhin unbeantwortet. Nach wie vor haben wir das Ziel von Netto 0 CO2 Emissionen bis 2050 zu erreichen, und die ganze Schweizer Bevölkerung ist sich weiterhin einig, dass die Ressource Trinkwasser wichtig und zu schützen ist. Nach der Absage an die Lösungsvorschläge vom 13. Juni bleibt weiterhin unklar, wie dies zu erreichen ist.

Der Sonntagnachmittag war in der Schweiz von einer eigenartigen Stimmung geprägt. Wenn mehr als drei Millionen Menschen an die Urne gehen, zeigt dies, dass die Abstimmungsvorlagen die Menschen bewegt haben. Nicht nur durch den Gang zur Urne, sondern auch innerlich bewegt waren und es wohl immer noch sind.

Über alle Parteien, Verbände und Interessensvertreter hinweg, ist man sich einig, dass in Wasser- und Klimafragen Handlungsbedarf besteht. Bei den Fragestellungen ist man sich einig, nicht aber bei der Lösungsfindung. Niemand behauptet im 2021 ernsthaft, dass Wasser und Klima nicht schützenswert sind. Wie dieser ursprüngliche Zustand wieder zu erreichen ist, ist die grosse Herausforderung nicht nur in der Schweiz, sondern auch auf globaler Ebene erarbeiten und umsetzen.

«Kleiner» handeln um Grösseres zu erreichen

Die Lösungsfindung mit allen Wasser- und Klima-Involvierten muss u.a. auch auf lokaler und regionaler Ebene angestossen werden. Die Lösungsfindung im kleinen Kreis von Direktbetroffenen sehen wir als vielversprechend an. Diese Lösungsansätze im kleinen Modell können effizient vor Ort 1:1 umgesetzt werden. Das SWCF will hier einen Beitrag leisten, indem konkrete Wasser- und Klimaprojekte entwickelt und umgesetzt werden. Projekte, die einen messbaren Beitrag an die Lösungen und Ziele leisten.

Beim Swiss Water & Climate Forum SWCF sehen wir uns also auch als Bindeglied zwischen Initiant*innen, Parlaments- und Bundesratsempfehlungen, NGO’s, Klimaaktivist*innen, KMU’s u.w.m. Wir müssen es schaffen, alle an den Wasser- und Klima-Tisch zu bringen. Durch die Einbindung ALLER Involvierten im lokalen und regionalen Wasser- und Klimaperimeter können wir Lösungen für nationale und globale Wege erarbeiten und umsetzen.

Zum Swiss Water and Climate Forum

Am 9. und 10. September 2021 veranstaltet der Verein swisswaterclimate erstmals das Swiss Water & Climate Forum SWCF in Willisau/LU. Mit der Lancierung des Wasser- und Klimaforums wollen die Initiant*innen Entwicklungen an- und voranstossen, welche ihren Ursprung in globalen Herausforderungen haben. Die Grundidee des Forums ist es, global relevante klima- und wasserbezogene Herausforderungen nicht nur zu diskutieren, sondern direkt in die Entwicklung von entsprechenden regionalen Lösungen zu überführen.

Die Herausforderung, die Idee und das Konzept

Der Klimawandel kennt keine Sektoren, Gemeindegrenzen, Entscheidungshierarchien oder Altersunterschiede. Die Suche nach Lösungen findet aber oft innerhalb der herkömmlichen Strukturen, Institutionen und Gewohnheiten statt. Das Swiss Water & Climate Forum schafft die Grundlage, um globale Probleme regional anzugehen. Das Forum antwortet auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Privatsektor, öffentlicher Hand, Forschung und Zivilgesellschaft und bietet ein Format, um die ungleichen Interessen auf gemeinsame Ziele auszurichten. Das SWCF ist keine Konferenz, sondern eine grossangelegte Projektschmiede zur Regionalisierung der Klima- und Wasserdebatte. In Vorbereitung auf die Veranstaltung 2021 entwerfen verschiedene Fokusgruppen mit den Schwerpunkten Landwirtschaft, Wirtschaft und Jugend mögliche Antworten auf die Frage: «Wie können wir heute und morgen den Zugang zu Wasser sichern und zwar in der richtigen Qualität, in der nötigen Menge, am entsprechenden Ort und zur richtigen Zeit?». Diese Vorarbeit wird am Forum präsentiert und von den Teilnehmenden weiterentwickelt. So bildet das Forum den Höhepunkt eines zweijährigen Zyklus von regionalen Aktivitäten, in dessen Verlauf nachhaltige Initiativen für die Förderung der Schweizer Klimaresilienz entstehen.

Verein swisswaterclimate – 17. Juni 2021

03 Mai 2021


Regionale, kleine Schritte können globale Herausforderungen lösen. Packen wir es an!

Über viele Jahre habe ich im Luzerner Seetal die Regional- und Wirtschaftsentwicklung mitgeprägt und aufgebaut. Die gewünschten «Nahtstellen» von Wirtschaft zu Gesellschaft, Politik und Forschung zeigten sich oftmals eher als «Schnittstellen», weil unterschiedliche Sichtweisen, Prioritäten, Entscheidungsmechanismen, Motivationen und Akteure prägend waren. Die Herausforderungen unserer Klimaveränderungen und die drängenden Fragen rund ums Wasser machen keinen Halt vor diesen «Schnittstellen». Im Gegenteil: all diese Akteure sind gemeinsam gefordert, sich zusammenzuraufen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln! Genau dies ist der Ansatz des Swiss Water Climate Forums, das sich als Projektschmiede versteht. Mir ist besonders wichtig, dass wir für diese gewaltigen und weltweiten Herausforderungen, regionale Lösungsbausteine entwickeln. Die einzelnen Lösungsbausteine dürfen klein sein, denn in der Summe können sie eine respektable Wirkung erzielen.

Die bevorstehenden Umweltabstimmungen vom 13. Juni 2021 drohen zu spalten und zu blockieren. Ich plädiere für Dialog, Pragmatismus und den Weg des Machbaren, ohne das Gebotene ausser Acht zu lassen. Wir müssen uns bewegen und wir müssen auch überholte Handlungsweisen ablegen! Vielleicht kann das Swiss Water Climate Forum 2021 einen Beitrag zu einem konstruktiven Dialog beitragen. Verschwenden wir keine Zeit! Lasst und kooperieren und die Zukunft gestalten. Ganz wichtig erscheint mir, dass wir der Jugend und somit den Verantwortungsträgern der Zukunft eine aktive Mitgestaltungsmöglichkeit bieten.

Für eigene, grosse Herausforderungen habe ich mir ein Sinnbild zurechtgelegt: Ich kann keine ganze Karotte schlucken, aber sobald die Karotte in kleine Stückchen geschnitten und gut gekaut sind, so lässt sie sich schlucken. Ergo: Die Summe kleiner Schritte ergeben einen sichtbaren Fortschritt.

Und zum Schluss: Tue etwas für unsere Wasser- und Klimazukunft und sprich darüber! Nicht um sich selbst zu inszenieren, aber um Mut zu machen, dass kleine Tropfen über die Zeit einen Eimer auch füllen können.

Hans Peter Stutz, Stutz Consulting GmbH – 29. April 2021

04 April 2021


Globale Fragen, lokale Antworten.

Natürlich ist die Phrase «Jede Krise birgt auch Chancen» schon etwas abgedroschen. Und vielleicht steht diese Losung zwischen Pandemie, Klimanotstand und Angriffen auf die demokratische Gesellschaftsordnung irgendwie auch gerade so ein wenig nackt und unbeholfen da. Dem bedrohlichen Wiederanstieg der COVID-19 Fälle in vielen Ländern Westeuropas Ende März, Anfang April 2021 vermag der Spruch auf jeden Fall keine so richtige positive Wendung geben. Auch angesichts des Umstands, dass wir aufgrund der Megakrise COVID-19 der Ultrakrise Klimawandel gerade irgendwie nicht die gebührende Aufmerksamkeit widmen können, spendet der Spruch vielleicht zu wenig Kraft. Das neue Jahrzehnt ist bereits angebrochen und wenn wir die schlimmsten Auswirkungen der Klimakatastrophe wirklich abwenden wollen, dann müssen wir heute in zehn Jahren in einer ziemlich radikal anderen Gesellschaft leben.

Und trotzdem: Veränderung ist nicht per Definition etwas Schlechtes. Derjenige, der in einer Veränderung eine Krise sieht, ist ja am Ende der Mensch. Und es ist auch der Mensch, der Krisenzeiten als Impuls für Höchstleistungen, Geniestreiche und die Schaffung innovativer Meisterwerke wahrnimmt oder zumindest wahrnehmen kann. Entgegen der Erwartung kann Kreativität über die Einschränkung der Gestaltungsfreiräume geradezu eine explosionsartige Rasanz entwickeln. Das Tun ist in dem Sinne die Triebfeder mit der wir Distanz zu Resignation, Zynismus und Hoffnungslosigkeit gewinnen.

Es liegt mir fern, Allgemeinplätze bewirtschaften zu wollen, aber ich bin in den letzten Monaten während meiner Arbeit am Swiss Water & Climate Forum immer wieder mit diesen Gedanken konfrontiert gewesen. Im Rahmen des Forums haben wir mit einer Reihe von bunt zusammengesetzten Fokusgruppen einen ergebnisoffenen, sektorenübergreifenden Lösungsfindungsprozess losgetreten, der langsam, aber sicher eine kraftvolle Eigendynamik entwickelt.  Diese Dynamik speist sich aus dem Kribbeln in den Fingerspitzen, dem Impuls, laut «Ja!» sagen zu wollen, dem Privileg, sich etwas richtig Wichtigem widmen zu dürfen. Wir haben uns bewusst entschieden, uns auf die kleinräumigeren, agileren Netzwerke auf regionaler Ebene zu fokussieren, weil wir glauben, dass wir dort gezielt und relativ schnell zum längst überfälligen gesellschaftlichen Wandel beitragen können. Ich glaube, der Enthusiasmus, den ich in unseren Arbeitsgruppen wahrnehme, entspringt diesem Gefühl: Die Krise als Ansporn, Höchstleistungen zu erbringen, Wagnisse einzugehen. Als Anstoss, an übermorgen zu denken und heute etwas zu tun. Das könnte vielleicht ein Weg sein, wie wir – fern ab von Allgemeinplätzen – Kraft tanken aus den Chancen und Handlungsfelder, die sich in dieser veränderten Gegenwart ergeben.

Simon Joncourt, seecon gmbh – 31. März 2021

01 März 2021


Mehr als nur ein Tag im Jahr.

Der März ist einer meiner Lieblingsmonate im Jahr. Obwohl ich die Wintersaison mit ihrer Stille und ihrer weißen Eleganz genieße, ist es unbestreitbar, dass der Übergang zum Frühling fast alle Menschen in eine positive Welle hüllt und unser Geist sich auf eine Zeit reicher an Licht und Bewegung freut, während wir die Erneuerung der Natur miterleben.

Aber der März ist auch einer meiner Favoriten, weil er einen sehr wichtigen Tag in der Welt des Umweltaktivismus enthält: der Weltwassertag am 22. März. Jedes Jahr finden rund um diesen Tag diverse Gedenkveranstaltungen statt, die uns an die große Bedeutung der lebenswichtigen Flüssigkeit erinnern, sowohl für den Menschen und sein Überleben wie auch als grundlegendes Element aller Ökosysteme des Planeten. Darüber hinaus sind in den letzten Jahren Wasser- und Klimawandelthemen zunehmend miteinander verwachsen.

Der Weltwassertag ist zweifellos wichtig, aber wirklich relevant ist es, über die Feierlichkeiten eines einzelnen Tages hinauszugehen und unsere Sorge um den Schutz von Wasser und Ökosystemen zum Bestandteil unserer täglichen Realität zu machen. Und da wollen wir mit dem Swiss Water & Climate Forum ansetzen. Wir sind davon überzeugt, dass ein regionaler Ansatz der beste Weg ist, die Auswirkungen des Klimawandels zu bekämpfen und abzumildern. Globale Konzepte werden in regionalen Projekten verankert und somit wird zur Lösung komplexer Probleme beigetragen, aber die Ergebnisse werden hauptsächlich im lokalen Umfeld erwartet. Meiner Meinung nach entspricht dies einer enormen Motivation für die verschiedenen Akteure, sich konsequent dabei zu beteiligen.

Wie die Natur im Frühling sind wir aufgerufen aufzuwachen, über die Feierlichkeiten des einen Tages hinauszugehen und aktiv zu werden. Das ist der Schlüssel zum Schutz unserer aquatischen Ressourcen in Zeichen des Klimawandels.

Karla Schlie, Swiss Toilet Organization – 27. Februar 2021

01 Februar 2021


Den Mutigen gehört die Welt!

Nein, ich rede hier nicht davon vom Mut einen Blogbeitrag zu schreiben. Sondern vom Mut der Organisatoren, das 1. Swiss Water and Climate Forum zu lancieren.

Ich glaube, es braucht Mut in diesen unstetigen und von einer Pandemie beeinflussten Zeiten Neues zu beginnen. Zu gerne würde man sich verkriechen und sich an Sicherheiten klammern. Jetzt ein Forum zu starten, jetzt wo man nicht weiss, was morgen sein wird!? Lohnt sich das Risiko? Wer soll dies denn unterstützen? Wer glaubt denn daran? Braucht es denn noch ein Forum mehr?

Ich fühlte mich geehrt, als die Initianten Simon Joncourt und Johannes Heeb mich angefragt haben, ob ich ihre Vision vom Swiss Water und Climate Forum unterstützen würde. Ich glaube fest daran, dass gerade in diesen speziellen Zeiten Auf- und Ausbrechen die richtigen Handlungen sind um Altes hinter sich zu lassen – aber vor allem um Neues anzugehen und zu gestalten. Die Forum-Grundidee die Welt vom Lokalen zum Globalen zu betrachten überzeugt mich. Den Ansatz, lokale und regionale Lösungen zu finden, die auch global «funktionieren», finde ich bestechend. Am World Economic Forum in Davos habe ich als Teilnehmer selber schon das Inverse erlebt. Die Elite der Welt versucht die Probleme der «kleinen Leute» zu lösen. Den umgekehrten Gedanken verfolgen wir am SWCF. Wir versuchen mit lokalen Partnern, mit den «kleinen Leuten», eine Lösungs-Bewegung von unten nach oben zu starten. Denn nur so spüren wir als Kollektiv die Kraft des «Tuns». Denn nur so sind wir motiviert Eigenverantwortung zu übernehmen.

Tun und Eigenverantwortung sind auch in Zeiten der Pandemie die richtigen Tugenden. Der SWCF ist eine Möglichkeit, sich den Herausforderungen dieser Welt zu stellen.

Ernst Bromeis – Das blaue Wunder, Davos Dorf, 27. Januar 2021

08 November 2020


Herzlich Willkommen auf der frischgebackenen SWCF Webseite!

Gerade wenn es schwieriger wird, sich in gewohntem Tempo durch den Alltag zu bewegen, entstehen Gelegenheiten zum Umdenken. Der Klimawandel wartet nicht. Auch wenn wir alle zusammen im Moment gerade mit den Folgen der Pandemie kämpfen. Es bereitet uns deshalb äusserst grosse Freude, Dich auf der ganz neuen SWCF Webseite willkommen zu heissen. Dieser Ort wird das Hauptquartier für die Information, die Vorbereitung und auch die Vernetzung rund um diese einzigartige Initiative.

Wir möchten an dieser Stelle schon ein mal allen unseren Partnern und Unterstützerinnen für ihr Interesse, ihr Vertrauen und ihren Support danken. Auf eine erfolgreiche – und vor allem – nachhaltige Zusammenarbeit!

Euer swisswaterclimate -Team